Wir suchen Betroffene von Konversionstherapien

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Konversionstherapien können schwere psychische Folgen haben. (Symbolbild) Foto: Kat J von Unsplash

„Konversionstherapien“ sind alle Versuche, die sexuelle Orientierung von homosexuellen Menschen zu unterdrücken oder in eine heterosexuelle Orientierung zu „ändern“. Diese Pseudo-Therapien wurden in Erklärungen der Bundesärztekammer und des Weltärztebunds als nicht nur wirkungslos, sondern auch gefährlich verurteilt. Der Deutsche Ärztetag schloss sich dem 2014 an. Für die Betroffenen kann das schwere psychische und physische Folgen haben – angefangen von Depressionen bis hin zum Selbstmord. Michel Rudin, Co-Präsident von Pink Cross Schweiz, sieht derartige „Therapien“ deshalb als eine Form der „psychischen Vergewaltigung“.

Solche Angebote sind möglicherweise strafbar, wie die Bundesregierung auf Anfrage von Leo Watch mitteilte: „So kann die angewandte Therapiemethode beispielsweise den Tatbestand der Körperverletzung nach § 223 Strafgesetzbuch erfüllen, wenn die Handlung nicht über eine Einwilligung des Betroffenen gerechtfertigt ist“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums im Juni.

Betroffene gesucht

Neben dem Leo-Verein existieren weitere Gruppen und Vereine, die ebenfalls Homosexualität als zu behandelnde „Störung“ ansehen und Menschen mit kruden „Therapieversuchen“ in Gefahr bringen. Erst vor kurzem wurde erneut über den Bund Katholischer Ärzte berichtet, der Homosexualität für „sittliches Fehlverhalten“ hält und mit Homöopathie „heilen“ will.

Wie viele Menschen bislang unter Konversionstherapien leiden mussten ist unbekannt – genau so wie die Zahl der Anbieter. Wir – die Journalisten Markus Kowalski und Silvio Duwe – wollen das ändern. Wir möchten den Betroffenen mit unseren Berichten eine Stimme geben und die Aktivitäten der homosexuellenfeindlichen Akteure aufdecken. Dazu brauchen wir Unterstützung.

Betroffene oder Zeugen von Konversionstherapien können sich bei uns melden – anonym und vertraulich unter:

Wir sind für jeden Hinweis und jede Unterstützung dankbar. Bitte teilt diesen Aufruf.

Was zuletzt geschah

Zuletzt hatte dieses Blog berichtet, dass ein Leak von Seminarunterlagen den Verdacht erhärtet hatte, dass sogenannte Konversionstherapien zur „Umpolung“ von Homosexuellen angeboten werden. Daraufhin hatte sich der Landtag von Sachsen-Anhalt mit der Sache befasst. Auch die Kirchengemeinde Bennungen zog Konsequenzen und grenzte sich vom Leo-Verein ab.

Erst 2014 wurde öffentlich, dass in Seminaren des Leo e.V. gelehrt wurde, Homosexualität sei eine psychische Störung und die Folge von Minderwertigkeitskomplexen. Ein Bericht in der ARD-Sendung „Fakt“ zeigte außerdem, wie der Verein mit der CDU-Sachsen-Anhalt vernetzt ist. Vorsitzender des Leo e.V. ist der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Ritter. Weitere CDU-Mitglieder, teils ehemalige Mandatsträger, sind Mitglied des Kuratoriums – darunter der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Christoph Bergner. Die von „Fakt“ erhobenen Vorwürfe wurden durch den Vereinsvorsitzenden Bernhard Ritter jedoch lange bestritten.

Bleiben Sie über neue Veröffentlichungen dieses Blogs informiert und melden Sie sich hier für den Newsletter von Leo Watch an.

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