Kirchengemeinde beschließt Sanktionen gegen Homo-Heiler von Leo

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Die Kirche in Bennungen. Foto: Dguendel/CC BY-SA 4.0

Der Gemeindekirchenrat der evangelischen Kirchengemeinde in Bennungen hat in seiner Sitzung am 28. Mai beschlossen, sich räumlich und personell stärker vom Leo-Verein abzugrenzen. Das geht aus einem Brief von Pfarrer Folker Blischke an den Autor dieses Blog hervor.

Leo-Andachten in der Kirche müssen angemeldet werden

Zentral sind drei Entscheidungen. Erstens soll das Kirchengebäude weiter für den Leo-Verein offen stehen. Künftig müssen Veranstaltungen jedoch nicht nur mündlich, sondern schriftlich angemeldet werden. Mitglieder des Gemeindekirchenrats sollen dann während der Veranstaltung vor Ort sein, „um sicherzustellen“, dass es sich „nicht um Seminarangebote“ handele, sondern nur um Andacht und Gebet. Seminarangebote von Leo dürften nicht in der Kirche stattfinden. Durch eine Veröffentlichung von Fotos war bekannt geworden, dass Teile der Leo-Seminare in der Kirche stattfinden.

Zweitens wird die „Kinderkirche“ nicht mehr im Birkenhof stattfinden, da dieses Gebäude dem Leo-Verein gehört. Da „die kirchliche Arbeit mit Kindern in besonderer Weise von Sorgfaltspflichten geprägt“ sei, werde es „vorerst“ keine weiteren Veranstaltungen der Kirchengemeinde mit Kindern im Birkenhof geben, sondern nur noch in der Kirche und im Gemeinderaum. Dieser wird von der Kirchengemeinde angemietet. Es sollen Gespräche mit dem Kirchenkreis über das weitere Vorgehen folgen.

Drittens sollen Predigten von Bernhard Ritter, Pfarrer im Ruhestand und Leo-Vereinsvorsitzender, weiterhin möglich sein. Es werde jedoch weiterhin im Gemeindebrief gekennzeichnet, wer sonntags predige, sollte es nicht Pfarrer Folker Blischke sein. „Generell muss jeder selbst entscheiden, wen er für glaubwürdig hält“, heißt es dazu im Brief.

Predigt-Vereinbarung zu Themen der Sexualethik

Durch das Schreiben wurde erstmals bekannt, dass es 2012 zum Amtsantritt von Pfarrer Blischke eine Vereinbarung zu „sexualethischen Themen“ zwischen ihm und Ritter gab: „Als ich die Kirchengemeinde Bennungen 2012 als Pfarrer übernommen habe, habe ich ein längeres Gespräch mit Pfr. Ritter geführt. Darin hat er mir zugesichert, dass bei möglichen Vertretungsdiensten von ihm keinerlei sexualethische Themen thematisiert werden“, schreibt Blischke. „Soweit ich nachprüfen kann, hat er sich an diese Vereinbarung immer gehalten.“

Das zeigt, dass die evangelische Kirche vom Leo-Skandal 2014 keineswegs überrascht war. Vielmehr wusste man um die kruden Ansichten des Leo-Vorsitzenden Ritters zur „Heilung“ von Homosexualität. Dies wurde bislang verschwiegen.

Außerdem veröffentlichte die Kirchengemeinde eine Stellungnahme, in der sie sich vom Verein abgrenzt.

Im April hatte der Autor dieses Blogs in einem Antrag an die Kirchengemeinde Bennungen Konsequenzen gefordert. Daraufhin gab es eine Diskussionsveranstaltung zwischen dem Blog-Autoren und Pfarrer Folker Blischke in Bennungen.

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