Enthüllt: Homo-„Heiler“-Verein Leo arbeitet mit Kirche zusammen

1920px-Bennungen_(Südharz),_die_Kirche_St._Johannes
Die Kirche in Bennungen (Sachsen-Anhalt), in der Veranstaltungen des Leo-Vereins stattfinden. Foto: Dguendel/CC BY-SA 4.0

Die Evangelische Kirche will mit dem Leo-Skandal nichts zu tun haben – doch jetzt belegen Fotos, wo die Kirche den Homo-„Heiler“-Verein bislang unterstützt hat.

Am Dienstag hatten Kirchenvertreter in der Mitteldeutschen Zeitung versucht, jegliche Beteiligung der Kirche an den Angeboten von „Leo“ von sich zu weisen: „Bei dieser Beratung handelt es sich nicht um ein kirchliches Angebot, sondern um das eines Vereins“, sagte Friedemann Kahl, Sprecher der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands. Auch Andreas Berger, Superintendent des Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda, weist eine Verbindung von sich. „Dieser Verein ist keine Einrichtung der Evangelischen Kirche. Wir unterstützen den Verein ideell und finanziell nicht.“

Dbh7GNHXcAA3Ial
Dieses Foto von einem Leo-Seminar in der Bennunger Kirche veröffentlichte der Journalist Silvio Duwe auf Twitter.

Screen Shot 2018-04-24 at 10.08.57 AM

Daraufhin enthüllte der Journalist Silvio Duwe auf Twitter ein Foto, das den Leo-Vereinsvorsitzenden und Pfarrer im Ruhestand Bernhard Ritter in der Bennunger Kirche zeigt – während eines Leo-Einführungsseminars, wie Duwe gegenüber Leo Watch sagt. Er habe das Bild, das mit einer versteckten Kamera aufgenommen wurde, von einem Seminarteilnehmer zugespielt bekommen.

 

Kirchenvertreter bislang untätig

Auch Material, das Leo Watch bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht hatte, belegt, dass der Leo e.V. für seine Veranstaltungen die Räumlichkeiten der Kirchengemeinde Bennungen nutzt.

Screen Shot 2018-04-24 at 10.33.40 AM
Auszug aus dem Bericht, den der Leo-Verein selbst zur Verfügung stellte. Schwärzungen wurden durch den Landkreis vor der Veröffentlichung vorgenommen. Foto: Leo Watch

Ein Bericht, den der Verein auf Anfrage des Jugendhilfeausschusses des Landkreises Mansfeld-Südharz veröffentlichte, enthält ein Foto, auf dem Teilnehmende der „Kreativwoche“ in der Bennunger Kirche zu sehen sind.

Bislang wollen weder Landeskirche, Kirchenkreis noch der amtierende Dorfpfarrer Folker Blischke dienstrechtliche Konsequenzen für Pfarrer i.R. Bernhard Ritter in Erwägung ziehen. Dabei hatte der Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt in der vergangenen Woche gefordert, die Ordination des Pfarrers i.R. Ritter abzuerkennen. Ebenso forderte der Blogger von Leo Watch den aktuellen Pfarrer der Gemeinde Bennungen, Folker Blischke, in einem Schreiben auf, im Gemeindekirchenrat Konsequenzen für den ehemaligen Dorfpfarrer Ritter zu ziehen.

Ein Vorschlag: Die Gemeinde könnte dem Verein verbieten, die Dorfkirche für die Leo-Veranstaltungen zu nutzen. Doch bislang ist auch der aktuelle Dorfpfarrer Blischke untätig: „Wir müssen aber auch die Kirche im Dorf lassen“, sagte er der MZ. „Generell sehe ich keine Gefahr, die von diesen Seminaren ausgeht, da es keinerlei Werbung oder Außenwirkung gibt.“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s