Leo antwortet auf Fragen – zweites Ausschluss-Verfahren unwahrscheinlich

Der Verein Leo e.V. aus Bennungen hat sich den Fragen des Jugendamts Mansfeld-Südharz gestellt. Die Behörde hatte dem Verein einen Fragenkatalog geschickt, mit dem das Amt prüfen sollte, ob Leo erneut aus der freien Trägerschaft der Jugendhilfe ausgeschlossen werden kann. Anfang April hat Leo dem Jugendamt in einem 82-seitigen Schreiben geantwortet. Erstmals veröffentlicht Leo Watch jetzt dieses Dokument, welches das Blog mithilfe einer Informationsfreiheitsanfrage vom Jugendamt erhalten hat. Darin erwähnte Namen und auf Fotos abgebildete Personen wurden vom Amt aus Datenschutzgründen vorab geschwärzt.

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Leo beschreibt sich selbst als „christliche Selbsthilfegemeinschaft“, an die sich Menschen „in psychosozialen Nöten (Identitäts- und Beziehungsprobleme)“ wenden. Der Verein habe derzeit 27 Mitglieder. Das Jugendamt hatte den Verein auch nach dem Schutz von Kindern und Jugendlichen befragt, die im Rahmen der Veranstaltungen bei Leo e.V. betreut werden. Damit antwortet der Verein nun, in dem er den Landkreis an die Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2006 erinnert. In dieser standardisierten Vereinbarung wird geregelt, wie alle Beteiligten bei einer Kindeswohlgefährdung vorgehen.

Die Frage, ob der Verein versuche, Homosexuelle in sogenannten Konsersionstherapien zu „heilen“, wird jedoch an keiner Stelle erwähnt. Das mag wohl daran liegen, dass das Jugendamt in seinem Fragenkatalog vom Februar 2017 gar nicht erst danach gefragt hatte. Doch diese nun vorliegende schriftliche Befragung sollte die Beweise für ein zweites Ausschluss-Verfahren liefern. Der Jugendhilfeausschuss hatte die Verwaltung im Dezember 2016 per Beschluss beauftragt, zu prüfen, ob sich genug Informationen für ein solches zweites Verfahren einholen lassen. Beweise oder zumindest weitere Stellungnahmen des Vereins zu seinem Umgang mit Homosexuellen liegen nun weiterhin nicht vor. Fraglich ist deshalb nicht nur, inwieweit die Verwaltung mit dieser zurückhaltenden Befragung überhaupt dem politischen Willen des Jugendhilfeausschusses nachgekommen ist. Es scheint, als habe das Jugendamt damit das zweite Ausschluss-Verfahren voreilig selbst beendet – indem es den Verein zu den eigentlich strittigen Punkten gar nicht erst befragte.

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